Don't dream it, be it!

Aktuelles zu unserer Situation:

Da wir hier ja nicht im Urlaub sind, auch wenn es oft so aussieht, sondern es in erster Linie einfach eine ganz andere, wenngleich auch interessante Art des Lebens ist,welche wir führen, möchte ich auch mal dazu etwas schreiben.

Nicht alles hier ist nur Eitel Sonneschein, so sind wir bspw. manchmal eine ganze Woche ohne Dusche,

oft wissen wir bis eine Stunde vor dem Zu-Bett-Gehen noch nicht, wo wir überhaupt schlafen können oder suchen ewig nach einem Platz, der dann auch schonmal neben dem Highway oder einer Zugstrecke liegen kann (nicht immer ist es neben dem Meer), oder wir werden morgens vom Ranger unsanft aus dem Bette geholt. Wir essen oft auf engstem Raum, hinten im Auto, wenn es draußen regnet, was leider sehr häufig in letzter Zeit passierte, werden oft genervt von 1000enden Buschfliegen am Tag, von Hitze, bei der die Sachen schon eine Stunde nach dem Waschen wieder durchgeschwitzt sind, müssen mit völlig überzogenen Lebensmittel-/und Diesenpreisen kämpfen, ständig aufs Geld schaun und rumrechnen (Alkohol und Süßes sind so fast unmöglich geworden, Schokolade würde ohnehin schneller schmelzen, als man sie essen kann), sitzen manche Tage fast 5-6 Stunden, oder vereinzelt auch noch länger im Auto und durchfahren teils auch völlig monotone Landschaften. Wir haben nur ca. 10-11 Stunden Tageslicht, ehe wir mit Kopflampe im Dunkeln rumhandtieren. Der „Kühlschrank“ hält bei Außentemperaturen von ca. 35 Grad auch nur bis zu ca. 25 Grad frisch, was einen schnellen Verfall mit sich bringt und Schimmel daher auch keine Seltenheit ist.

Auch die Ernährung in Australien ist trotz aller unserer Bemühungen nicht immer einfach und manchmal monoton. Brot in europäischer Form existiert nicht wirklich, hier gibt es dafür 1000 Sorten von Weißbrot :(, extra fluffig, ein Schwamm ist nichts dagegen.

Wenn Abends die Buschfliegen endlich verschwinden, kehrt deswegen auch noch keine Ruhe ein, sondern diese werden nur durch kleinere, noch fiesere Gesellen abgelöst, massenweise Moskitos.

Auch das Fahren ist nicht so leicht, wie es scheint, viele der Straßen sind leider nicht geteert, es zieht roter Staub durch jede Ritze, die Gravelroads sind zum Teil so stark mit Courogations versehen, dass man das Gefühl hat, dass es einem das Auto zerlegt. Schilder oder Abzweigungen sucht man manchmal vergebens und so sind wir schon manchen KM umsont gefahren. Auch das Fahren in der Dämmerung oder Dunkelheit ist hier lebensgefährlich (im wahrsten Sinne und nicht spaßig gemeint), da die Fauna größtenteils nachtaktiv ist und Kängurus nicht zu den klügsten Tieren gehören, wenngleich sie niedlich sind. Auch die imposanten Keilschwanzadler müssen oft erst von dem totem Vieh am Straßenrand weg-“gehupt“ werden, da ihre Gier, nach überfahrenem Frischfleisch oft größer ist, als die Vorsicht vor dem nahendem Auto. Wir sind so schon manchmal beinahe kollidiert mit dem gefiedertem Freund. Auch Roadtrains sind schön anzusehen, aber fegen einem manchmal fast von der Straße und sind auch nicht immer ungefährlich. Plumsklos oder gar keine sind in den Nationalpark dann fast schon das kleinste aller Unannehmlichkeiten.

Warum ich aber überhaupt schreibe, ist weil es ein Blog über unser Jahr hier in Australien ist, und wir nicht nur tolle Dinge erleben, sondern auch oft genug Sch….! Aber vieles davon passiert sicher auch zu Hause, so dass ich die kleinen Dinge meist weglasse. Aktuell aber haben wir mal abgesehen vom noch immer offenen Verkauf unseres Vans ein weiteres, größeres Problem, mit dem wir so nicht gerechnet haben. Die Kurzversion sieht so aus, dass wir Probleme mit dem 4WD-Antrieb haben und Gefahr laufen bei Nichtreparatur und Nutzung desgleichen ein Festfahren und evtl. größeren Schaden zu riskieren. In der westaustralischen Pampa, wo der Mechaniker einen Stundenlohn von ca. 150 AUD hat, würde uns die Reparatur allerdings gute 1.500 AUD kosten. Da wir hier außerdem ca. 10 Tage auf einen Werkstatttermin warten würden, haben wir beschlossen mit der Reparatur (ohne Nutzung des 4WD) bis Darwin zu warten. In der Hoffnung, dass auch die Preise dort etwas humaner sind. Naja, Fortsetzung folgt.

4 Antworten

  1. Annika

    Ich denke, keiner eurer Blog-Besucher hat jemals gedacht, dass nur schöne Dinge eure Reise begleiten. Trotzdem ist es gut, dass ihr die negativen Dinge auch mal hier aufschreibt, da kann man sich auch ein konkretes Bild machen, denn wer hat von uns hier in Deutschland schon Probleme mit zu sandigen/ungeteerten Staßen…?
    Aber ihr dürft die Hoffnung nicht aufgeben, denn man lernt ja schließlich aus allem, auch aus den unerfreulichen Dingen. Man sammelt jeden Tag neue Erfahrungen fürs Leben, die Art kann man sich eben leider nicht aussuchen.
    Lasst den Kopf nicht hängen

    19. Mai 2013 um 11:57

  2. Heike

    Hallo, da bin ich mal wieder.
    Gut, dass ihr in diesem Beitrag auch mal das wahre Leben eurer Reise aufzeigt. Denn bei diesen tollen Bildern und den Beiträgen könnte wirklich bei manchen Lesern der Eindruck entstehen, dass ihr im Erholungsurlaub seid. Wer sich aber bissel mit Australien beschäftigt, der weiß, dass nicht immer alles Friede-Freude-Eierkuchen ist. Gerade als Backpacker hat man es oftmals nicht immer leicht, mit unerwarteten Situationen fertig zu werden. Das mit euerm Auto ist natürlich Mist und es ist euch wirklich zu wünschen, dass er durchhält. Ohne diesen treuen Gefährten seid ihr natürlich aufgeschmissen.
    Habe auch so herausgelesen, dass die Preise im Vergleich zu 2009 ganz schön angezogen haben und das macht so eine Reise natürlich nicht einfacher.
    Na ja, laßt euch durch diese Sachen trotzdem nicht runterziehen und genießt die Zeit. Es gibt irgendwie immer eine Lösung und es geht weiter. (Tipp von mir: Baut ruhig immer mal solche Sachen mit in die Berichte ein, das macht das Lesen noch spannender)
    Bis zum nächsten Mal.
    LG Heike

    20. Mai 2013 um 11:04

  3. Nicole

    Kopf hoch…jammern verboten!Mensch, genau das gehört zum Abenteuer!Denk mal dran, von was wir immer erzählten – nicht von Dingen, die glatt gelaufen sind – nein von Dingen, wo Köpfchen gefragt war!Und wenns regnet – mei, dann rennt raus und genießt das Leben!Es gibt Menschen, die werden sowas niemals erleben können!Zum Essen – das war ja damals nicht anders, aber Pumpernickel gabs doch auch ab und an!Ihr müsst das alles durch eine andere Brille betrachten, nicht als Problem sondern als Herausforderung, die euch ganz schön wachsen lässt 😉
    Zur Beruhiging – hir regnet es auch ständig und aufgrund des Stark- und Dauerregens sind etliche Dämme gebrochen und das Wasser tritt über die Ufer. Passau und Deggendorf ist/war ganz weg, Sachsen und Thüringen steht ebenfalls unter Wasser!

    7. Juni 2013 um 10:03

    • Ja, das versuchen wir. Was in Deutschland passiert ist echt nicht schön und wirklich tragisch…an manchen Orten der Welt fehlt soviel Wasser und da ist soviel… 😦

      11. Juni 2013 um 13:42

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