Don't dream it, be it!

Der Osten und Süden der Kimberleys:

Nach dem Abenteuer Gib-River-Road ging es auf dem Highway weiter. Das Gebiet der Kimberleys erstreckt sich aber nicht nur über die Distanz der Gibb-River-Road, sondern auch noch weit darüber hinaus. So fuhren wir weiter durch sehr schöne Landschaften und Natur, die immer wieder vor Allem durch die Boab-Bäume geprägt ist. Diese Art des Affenbrotbaums ist in Australien nur hier im Norden/Nordwesten vorzufinden und auch nur mit einer Art vertreten. Der Baum blüht nur einen Tag im Jahr, bzw. eine Nacht, da die Blüten durch nachtaktive Tiere (wie Fledermäuse) bestäubt werden. Die Früchte sind die so genannten Boab-Nüsse, die bis zu 25cm groß werden können. Ein bisschen im Verhalten wir Eier, ist die Schale durchaus hart, aber auch spröde und zerbricht schnell, wenn die Nüsse herunterfallen.

Die Aboriginies ritzen in die Boab-Nüsse traditionelle Motive ihrer Landschaft und verkaufen diese an Touristen. Dies konnten wir in Wyndham im Norden erleben. Neben den Ausblicken, welche die Stadt dem Reisenden bietet und dem Riesenkrokodil (aus Beton) machten wir dort unsere ersten durchaus positiven Erfahrungen mit den Ureinwohnern. Angespornt durch die Weltoffenheit von Thimon setzen auch wir uns zu den Ureinwohnern und unterhielten uns mit ihnen. Nach unseren bisherigen, eher negativen Erfahrungen mit betrunkenen und pöbelnden Aboriginies, war dies eine unerwartete und willkommene Abwechslung. In einem Park am Eingang der kleinen Stadt saßen diese im Schatten und schnitzten mit einfachsten Mitteln (meist ein altes Buttermesser) schöne Motive in die Boabnüsse und waren zu Unterhaltungen gern bereit. Sie begegneten uns ausgesprochen freundlich und offen. So erfuhren wir auch erstaunlich viel über die Stämme und die Gebräuche. Auch wenn man hier dazu sagen muss, dass es sich nicht um sogenannte „traditionelle“ Aboriginies handelte, die noch im Busch auf die alte Art leben. Dennoch konnte man bemerken, wie verbunden diese Menschen noch mit dem Land sind und wieviel des alten Wissens noch vorhanden ist.

Die Spuren der westlichen Zivilisation sind aber trotzdem auch hier zu spüren. Das Alkoholproblem, unter dem viele der städtischen Aboriginies leiden, betraf leider auch einige der schnitzfreudigen Ureinwohner. Das Problem dieser Generation könnte vielleicht auf längere Sicht doch eine Wende zum Guten nehmen, da man sehen konnte, dass die Jüngeren der Aboriginies dem Alkohol eher fern blieben, gebildeter waren und auch Technik in stärkerem Maße nutzen (ob mehr Technik allerdings der Menschheit im Allgemeinen nun eher hilft oder nicht, sei mal dahingestellt). Die Lethargie, Depression und der Groll, die bei vielen älteren zu beobachten sind, scheinen hier nicht mehr so stark vorhanden zu sein und diese Menschen scheinen ihre Chancen, die sich bieten mehr zu begreifen und nutzen zu wollen.

Nachdem wir in Wyndham so eine ganze Weile verbracht haben, reisten wir weiter Richtung Süden. Nach einem kurzen Stop in der Stadt Kununurra, wo wir uns um 2.30 Uhr das Finale der Champions League antaten (obs das wert war, sei ebenfalls mal dahingestellt), reisten wir dann weiter in den Purnululu Nationalpark (Bungles Bungles), wie so oft in Australien, gibt es für fast alles zwei Namen, einmal den traditionellen (inzwischen meist offiziell verwendeten) Aboriginie-Namen und zum anderen den älteren, meist europäisch angehauchten Namen, der sich zumeist aber wesentlich leichter aussprechen lässt (am deutlichsten wie ich finde zu bemerken im Kakadu-Nationalpark, dazu mehr später)

Egal ob Bungles Bungles oder Purnululu, es war eine sehr sehenswerte Landschaft, diese Gesteinsformationen wurden auch zum Unesco Weltnaturerbe erklärt und sind wirklich faszinierend. Der Weg dahin ist allerdings eher bescheiden, für die knappen 55km Allradpiste muss man gute 1,5 Stunden einrechnen, sehr kurvenreich, hügelig und von (kleineren) Flussdurchquerungen begleitet kämpften wir uns ans Ziel, wo dann leider unsere Kupplung versagte. Nach einigem Rätselraten und blankliegenden Nerven füllten wir die Flüssigkeit im Kupplungszylinder auf und konnten (mehr schlecht als recht) weiterfahren. Abschleppen mehr als 150kmvon der nächsten Ortschaft wäre sehr teuer geworden.

Trotzdem ließen wir uns den Aufenthalt nicht vermiesen und schauten uns den Nationalpark in Ruhe an. Die Landschaft war wirklich beeindruckend und wird uns lang in Erinnerung bleiben.

Nach diesem schönen Abstecher ging es weiter nach Halls Creek, einer kleinen Ortschaft im Süden der Kimberleys, dort trennten sich dann leider auch die Wege von Thimon und Johanna und uns. Nach ein paar schönen Tagen zusammen, mussten die beiden in den Westen zurück und reisten Richtung Fitzroy Crossing weiter. Wir hingegen versuchten erst einmal unsere mechanischen Probleme in den Griff zu bekommen. Das Anlasserproblem konnten wir relativ schnell mit Hilfe eines Batterietauschs beheben. Für das Kupplungsproblem mussten wir zum Mechaniker, welcher uns aber zum Glück auch gleich helfen konnte, wenngleich das nicht ganz billig war.

Mit verbessertem Gerät, aber ohne unsere zwei Begleiter ging es dann weiter zum Wolfe Creek Crater. Bekannt aus dem Film „Wolfe Creek“. Ein australischer- Horrorklassiker, welcher angeblich auf wahren Begebenheiten beruht und dabei mit der Einsamkeit der Sehenswürdigkeit wirbt. Nach 120km Fahrt kamen wir dann auf dem nicht ganz so einsamen Campingplatz an. Tatsächlich standen dort noch ca. 4 andere Campmobile und einige Feuer brannten. So machten auch wir unser Feuerchen und nahmen uns die Kraterbesteigung für den nächsten Tag vor. Es handelt sich bei dem Wolfe Creek Crater um einen Meteoritenkrater welcher vor ca. 300.000 Jahren von einem ca. 50.000 Tonnen schwerem Meteoriten in das Gestein geschlagen wurde. Der ursprüngliche Krater soll bis zu 120m tief gewesen sein. Der heutige Krater ist durch die Erosion im Laufe der Zeit auf ca. 50 bis 70m geschrumpft, aber immer noch eindrucksvoll. Am nächsten Morgen machten wir uns auf zur Kraterbesteigung und liefen auf dessen Rand bis zur anderen Seite, wo wir hinabstiegen und dann durch den Krater innen zurück liefen. Die Weite des ca. 830m im Durchmesser großen Kraters war von oben wirklich beeindruckend und imposant. Ich denke, dass die Fotos das ein wenig wiedergeben können.

Anschließend fuhren wir nach erneuten Zwischenstopp in Wyndham wieder nach Kununurra, wo wir Rotschwanzschwarzkakadus sehen konnten und unsere Vorräte für die Fahrt ins Northern Territorry auffüllten. Auf dem Weg dahin, bevor wir Westaustralien verließen fuhren wir noch am Lake Argyle vorbei, einem ca. 1.000km² großen Stausee, welcher auch gleichzeitig der größte Australiens ist. Dort in der Nähe verbrachten wir eine ruhige Nacht an einem wunderschönen Camp, wo wir wieder ein Lagerfeuer entzündeten. Am nächsten Tag kehrten wir den Kimberleys und Westaustralien dann den Rücken. Hier die Bilder der Etappe:

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