Don't dream it, be it!

Beiträge mit Schlagwort “Landcruiser

Cape York – oder: Das Ziel ist NICHT der Weg:

Da uns Katis Eltern in Kürze in Cairns besuchen und wir die Zeit bis dahin noch sinnvoll nutzen wollten, planten wir einen Trip zum Tip, wie der nördlichste Punkt Australiens genannt wird.

Dieser liegt am nördlichen Ende der Cape York Halbinsel, welche als letzte Grenze (The last Frontier) bezeichnet wird, da dort so gut wie keine Menschen leben und das Gebiet noch sehr ursprünglich ist. Der Weg von Cairns bis zur Spitze sind immerhin 900km (One Way), wovon die letzten 700km ungeteert und teilweise in schlechtem Zustand sind. Da wir aber der Meinung waren, dass es eine tropische Halbinsel ist und eine tolle Tierwelt bietet, wollten wir den Trip machen.

Naja, soviel gibt es eigentlich dazu dann gar nicht zu erzählen, die Strecke zog sich sehr und wir brauchten bis zur Spitze (wobei wir tagsüber fast durchfuhren und kaum Stops machten) 2,5 Tage. Tropisch war es nirgends, außer kurz vorm Ende die letzten 5-6km nahe dem Strand. Der nördlichste Punkt selbst (der Strand vor Ort und der Regewald rundherum) waren wirklich sehr schön, aber nichts außergewöhnliches, da die Gegend um Cairns eigentlich genauso aussieht. Trotzdem spannten wir dort eine Hängematte auf und ließen es uns am Abend gutgehen und nächtigten dort am Strand unter Palmen. Der Weg zum Tip war (gerade am Ende) nicht besonders gut und die Reise, die imensen km und Dieseldollar am Ende nicht unbedingt wert.

Da es eigentlich auch nur die eine Straße gibt (und den alten Telegrafenweg – 4WD Strecke mit vielen Flussduchfahreten (inkl. Krokodilen) nicht sehr einladend klang) war die Rückfahrt fast dasselbe wie hinzu und auch nicht spannender. Bis auf das untere Viertel, wo wir in den Lakefield NP abgebogen sind. Aber auch dort gab es wesentlich weniger zu sehen als erhofft. Lediglich ein paar Kakadus, ein einziges Krokodil in der Ferne und ein paar seltene Elstern-Gänse konnten wir entdecken. Zurück auf asphaltierter Strecke schauten wir uns in Laura noch Felszeichnungen der Aboriginies an, welche zum Weltkulturerbe erklärt wurden und Cocktown, die nördlichste Stadt in Queensland, die Orte auf Cape York selber kann man nicht als Stadt bezeichnen.

Wir bereuen es nicht unbedingtt, aber würden es auch keinem unbedingt empfehlen dort hinauf zu fahren. Tropisch ist da fast nichts und das meiste nur ödes, trockenes Savannenland. Den Strand und die Palmen gibt’s auch in Cairns und Port Dougas und den Regenwald im Daintree NP.

Was im Übrigen echt störend war, waren die vielen Australier (diesmal keine Rentner, weil der Weg für Wohnwagen nicht zu empfehlen ist), die alle im Ramboalter sind und dort (bescheidenste Gravelroad) mit Hänger meinen immer noch über 100fahren zu müssen und die Steine nur so spritzen. Einen weiteren kleinen Steinschlag hat uns das auch eingebracht. Naja, ein paar Bilder haben wir aber auch gemacht und die gibt’s hier:


Der Osten und Süden der Kimberleys:

Nach dem Abenteuer Gib-River-Road ging es auf dem Highway weiter. Das Gebiet der Kimberleys erstreckt sich aber nicht nur über die Distanz der Gibb-River-Road, sondern auch noch weit darüber hinaus. So fuhren wir weiter durch sehr schöne Landschaften und Natur, die immer wieder vor Allem durch die Boab-Bäume geprägt ist. Diese Art des Affenbrotbaums ist in Australien nur hier im Norden/Nordwesten vorzufinden und auch nur mit einer Art vertreten. Der Baum blüht nur einen Tag im Jahr, bzw. eine Nacht, da die Blüten durch nachtaktive Tiere (wie Fledermäuse) bestäubt werden. Die Früchte sind die so genannten Boab-Nüsse, die bis zu 25cm groß werden können. Ein bisschen im Verhalten wir Eier, ist die Schale durchaus hart, aber auch spröde und zerbricht schnell, wenn die Nüsse herunterfallen.

Die Aboriginies ritzen in die Boab-Nüsse traditionelle Motive ihrer Landschaft und verkaufen diese an Touristen. Dies konnten wir in Wyndham im Norden erleben. Neben den Ausblicken, welche die Stadt dem Reisenden bietet und dem Riesenkrokodil (aus Beton) machten wir dort unsere ersten durchaus positiven Erfahrungen mit den Ureinwohnern. Angespornt durch die Weltoffenheit von Thimon setzen auch wir uns zu den Ureinwohnern und unterhielten uns mit ihnen. Nach unseren bisherigen, eher negativen Erfahrungen mit betrunkenen und pöbelnden Aboriginies, war dies eine unerwartete und willkommene Abwechslung. In einem Park am Eingang der kleinen Stadt saßen diese im Schatten und schnitzten mit einfachsten Mitteln (meist ein altes Buttermesser) schöne Motive in die Boabnüsse und waren zu Unterhaltungen gern bereit. Sie begegneten uns ausgesprochen freundlich und offen. So erfuhren wir auch erstaunlich viel über die Stämme und die Gebräuche. Auch wenn man hier dazu sagen muss, dass es sich nicht um sogenannte „traditionelle“ Aboriginies handelte, die noch im Busch auf die alte Art leben. Dennoch konnte man bemerken, wie verbunden diese Menschen noch mit dem Land sind und wieviel des alten Wissens noch vorhanden ist.

Die Spuren der westlichen Zivilisation sind aber trotzdem auch hier zu spüren. Das Alkoholproblem, unter dem viele der städtischen Aboriginies leiden, betraf leider auch einige der schnitzfreudigen Ureinwohner. Das Problem dieser Generation könnte vielleicht auf längere Sicht doch eine Wende zum Guten nehmen, da man sehen konnte, dass die Jüngeren der Aboriginies dem Alkohol eher fern blieben, gebildeter waren und auch Technik in stärkerem Maße nutzen (ob mehr Technik allerdings der Menschheit im Allgemeinen nun eher hilft oder nicht, sei mal dahingestellt). Die Lethargie, Depression und der Groll, die bei vielen älteren zu beobachten sind, scheinen hier nicht mehr so stark vorhanden zu sein und diese Menschen scheinen ihre Chancen, die sich bieten mehr zu begreifen und nutzen zu wollen.

Nachdem wir in Wyndham so eine ganze Weile verbracht haben, reisten wir weiter Richtung Süden. Nach einem kurzen Stop in der Stadt Kununurra, wo wir uns um 2.30 Uhr das Finale der Champions League antaten (obs das wert war, sei ebenfalls mal dahingestellt), reisten wir dann weiter in den Purnululu Nationalpark (Bungles Bungles), wie so oft in Australien, gibt es für fast alles zwei Namen, einmal den traditionellen (inzwischen meist offiziell verwendeten) Aboriginie-Namen und zum anderen den älteren, meist europäisch angehauchten Namen, der sich zumeist aber wesentlich leichter aussprechen lässt (am deutlichsten wie ich finde zu bemerken im Kakadu-Nationalpark, dazu mehr später)

Egal ob Bungles Bungles oder Purnululu, es war eine sehr sehenswerte Landschaft, diese Gesteinsformationen wurden auch zum Unesco Weltnaturerbe erklärt und sind wirklich faszinierend. Der Weg dahin ist allerdings eher bescheiden, für die knappen 55km Allradpiste muss man gute 1,5 Stunden einrechnen, sehr kurvenreich, hügelig und von (kleineren) Flussdurchquerungen begleitet kämpften wir uns ans Ziel, wo dann leider unsere Kupplung versagte. Nach einigem Rätselraten und blankliegenden Nerven füllten wir die Flüssigkeit im Kupplungszylinder auf und konnten (mehr schlecht als recht) weiterfahren. Abschleppen mehr als 150kmvon der nächsten Ortschaft wäre sehr teuer geworden.

Trotzdem ließen wir uns den Aufenthalt nicht vermiesen und schauten uns den Nationalpark in Ruhe an. Die Landschaft war wirklich beeindruckend und wird uns lang in Erinnerung bleiben.

Nach diesem schönen Abstecher ging es weiter nach Halls Creek, einer kleinen Ortschaft im Süden der Kimberleys, dort trennten sich dann leider auch die Wege von Thimon und Johanna und uns. Nach ein paar schönen Tagen zusammen, mussten die beiden in den Westen zurück und reisten Richtung Fitzroy Crossing weiter. Wir hingegen versuchten erst einmal unsere mechanischen Probleme in den Griff zu bekommen. Das Anlasserproblem konnten wir relativ schnell mit Hilfe eines Batterietauschs beheben. Für das Kupplungsproblem mussten wir zum Mechaniker, welcher uns aber zum Glück auch gleich helfen konnte, wenngleich das nicht ganz billig war.

Mit verbessertem Gerät, aber ohne unsere zwei Begleiter ging es dann weiter zum Wolfe Creek Crater. Bekannt aus dem Film „Wolfe Creek“. Ein australischer- Horrorklassiker, welcher angeblich auf wahren Begebenheiten beruht und dabei mit der Einsamkeit der Sehenswürdigkeit wirbt. Nach 120km Fahrt kamen wir dann auf dem nicht ganz so einsamen Campingplatz an. Tatsächlich standen dort noch ca. 4 andere Campmobile und einige Feuer brannten. So machten auch wir unser Feuerchen und nahmen uns die Kraterbesteigung für den nächsten Tag vor. Es handelt sich bei dem Wolfe Creek Crater um einen Meteoritenkrater welcher vor ca. 300.000 Jahren von einem ca. 50.000 Tonnen schwerem Meteoriten in das Gestein geschlagen wurde. Der ursprüngliche Krater soll bis zu 120m tief gewesen sein. Der heutige Krater ist durch die Erosion im Laufe der Zeit auf ca. 50 bis 70m geschrumpft, aber immer noch eindrucksvoll. Am nächsten Morgen machten wir uns auf zur Kraterbesteigung und liefen auf dessen Rand bis zur anderen Seite, wo wir hinabstiegen und dann durch den Krater innen zurück liefen. Die Weite des ca. 830m im Durchmesser großen Kraters war von oben wirklich beeindruckend und imposant. Ich denke, dass die Fotos das ein wenig wiedergeben können.

Anschließend fuhren wir nach erneuten Zwischenstopp in Wyndham wieder nach Kununurra, wo wir Rotschwanzschwarzkakadus sehen konnten und unsere Vorräte für die Fahrt ins Northern Territorry auffüllten. Auf dem Weg dahin, bevor wir Westaustralien verließen fuhren wir noch am Lake Argyle vorbei, einem ca. 1.000km² großen Stausee, welcher auch gleichzeitig der größte Australiens ist. Dort in der Nähe verbrachten wir eine ruhige Nacht an einem wunderschönen Camp, wo wir wieder ein Lagerfeuer entzündeten. Am nächsten Tag kehrten wir den Kimberleys und Westaustralien dann den Rücken. Hier die Bilder der Etappe:


Die Gibb-River-Road:

Aus Broome kommend, fuhren wir nach ca. 220km noch kurz nach Derby, um dort zu tanken und dann auf die Alternativ-Strecke zum Highway, die Gibb-River-Road abzubiegen, eine ca. 500km lange Gravel-Road zwischen Derby und Kununurra, die mit interessanten und schönen Abstechern lockt.

Der ersten Abend verbrachten wir dann direkt an der Straße, die nachts so gut wie nicht befahren ist und daher auch recht ruhig war. Ein paar Mondscheinaufnahmen und Spaßbilder machten wir an dem Abend dann auch noch.

Tags darauf kamen die ersten Highlights der Straße, die Abstecher zum Windjana-Gorge Nationalpark und Tunnel-Creel Nationalpark waren wirklich schön und interessant. Ersterer bot uns neben der eindrucksvollen Schlucht vor Allem wirklich VIELE Frischwasserkrokodile, zum Anfassen nah!!! So konnten wir um die 80 Exemplare im Wasser und vor Allem am Ufer beim Sonnenbad beobachten und genießen. Frischwasserkrokodile gelten im Allgemeinen als harmlos und für Menschen ungefährlich. Uns hat auch keins gezwackt 🙂

Der Tunnel-Creek ist ein etwa 800Meter langer Tunnel, der in der Mitte eine Öffnung hat, an der die Decke eingestürzt ist. Im Fluß, der mitten durch die Höhle fließt, konnten wir ebenfalls ein paar Krokodile entdecken und einen kleinen Wasserfall. In größeren Mengen vertreten waren vor allem die einzigen fleischfressenden Fledermäuse Australiens, hunderte davon hingen an der Decke des Tunnels und machten zum Teil einen ziemlichen Spektakel.

Das Wetter schlug nach dem Besuch dieser beiden Nationalparks leider etwas um und wurde wieder schlechter. Am Abend fuhren wir noch zur Bell-Gorge in den gleichnamigen Nationalpark.

Hier fing es dann auch schon an zu regnen. Wir planten eine kostengünstige Übernachtung auf dem Besucher-Parkplatz der Gorge, wobei uns der Ranger des Parks hier leider einen Strich durch die Rechnung machte und uns vorsorglich rigoros und schroff informierte, dass 1000 AUD Strafe fällig wären, sollten wir dort übernachten wollen und er würde persönlich in der Nacht dort nochmals lang patrouillieren. So blieb uns nicht anderes übrig als auf der Campsite zu übernachten und dann auch zu zahlen :(.

Am nächsten Morgen kam für uns autotechnisch gesehen der nächste Schock. Der Wagen sprang nicht mehr an. Scheinbar war durch den Regen und die Flussdurchquerungen, mit denen die Gibb-River-Road gespickt ist etwas Wasser an den Anlasser oder die Teile des selben. Wir benötigten jedenfalls Hilfe beim Anschieben, die uns die zum Teil doch noch freundlichen Australier auch boten und konnten danach weiterfahren und nochmals die Gorge besichtigen, was am Abend wegen hereinbrechender Dunkelheit leider nicht mehr ging. Das Wetter war am Tag sehr durchwachsen und so gab es abwechselnd Regen und Sonne. An dem Wasserfall der Bell-Gorge und dem dazugehörigen Pool lernten wir ein nettes deutsches Pärchen kennen, welche ebenfalls mit dem 4WD auf der Straße unterwegs waren, die uns später noch helfen und erneut begegnen sollten. Hier sollte man vielleicht erwähnen, dass die Gibb-River-Road, im Gegensatz zu „anderen“ Straßen Australiens kaum von Backpackern befahren wird, da sie eigentlich nur für 4WD-Fahrzeuge geeignet ist und die meisten sich eher einen Campervan kaufen.

Die nächste Station hieß Manning Gorge, eine private auf Aboriginie-Gebiet gelegene Schlucht mit einem wunderschönen Wasserfall, welche natürlich ebenfalls Eintritt kostete und inzwischen preislich auch angezogen hatte. Dort übernachteten wir an diesem Abend und erkundeten diese tags darauf. Danach wollten wir noch ein Stück weiter entlang der Gibb-River-Road fahren, was jedoch auf einmal nicht möglich war, da es die Nacht relativ viel geregnet hatte. So hieß es, dass die Straßen auf unbestimmte Zeit unpassierbar wären und wir dort festhängen. So standen am Roadhouse entlang der Straße eine Menge gestrandeter Camper und warteten nun wie wir darauf, dass die Straße wieder passierbar und geöffnet werden sollte.

Bei dieser Gelgenheit trafen wir auch unsere kürzlich kennengelernten Bekannten Timon und Johanna wieder, mit denen wir dann einen gemütlichen Abend am Roadhouse verbrachten und uns besser kennenlernten. Tags darauf halfen sie uns beim „Starten“, da unser Auto erneut nicht ansprang. Das problem besteht übrigens nach wie vor und ist weder gelöst noch enträtselt. An diesem Morgen warteten nun alle auf das Öffnen des Roadhouses und die neuesten Funk-Nachrichten über die Straßenzustände. Da es nicht erneut geregnet hatte, kam gegen 8 Uhr die erlösende Nachricht, dass die Straßen wieder offen wären. Unsere neuen Bekannten konnten wir letztlich dazu überreden die Gibb-River-Road mit uns weiterzufahren und nicht, wie erst angedacht ab dort zurückzufahren. So fuhren wir im Konvoi mit einem sichererem Gefühl auf der noch immer zum Teil matschigen und schlammigen Straße Richtung El-Questro-Wilderness-Park, unserer nächsten Station. Die Fahrt war lang, teilweise rutschig-schlammig, abwechslungsreich und mit einigen Flussdurchquerungen gespickt. Die letzte überquerte dabei den Pendecost-River und war die längste (ca. 80m breit), aber nicht unbedingt die tiefste. Abends erreichten wir mit beiden Autos den El-Questro-Wilderness-Park und übernachteten dort. Tags darauf besuchten wir dann zu viert die dortigen Attraktionen, die warmen Quellen Zebeedee Springs, die El-Questro-Gorge und die Emma-Gorge, in deren Wasser wir jeweils schwimmen, bzw. baden konnten, hier kam auch die tiefste Flussdurchfahrt der Gibb-River-Road, welche wir aber beide meisterten.

Nach diesem Tag verließen wir immer noch zu viert die Gibb-River-Road und hatten dann auch endlich wieder Teer unter den Rädern und waren um einige Erfahrungen und schöne Erlebnisse reicher.

Trotz vieler Probleme und des nicht so schönen Wetters konnten wir viele Fotos machen. Ein paar davon könnt ihr hier sehen:


Die Pilbara – Karijini und Millstream Chichester Nationalpark:

Nach unserem Abenteuer am Ningaloo Reef, fuhren wir zum kleinen Minenstädchen „Tom Price“, benannt nach einem sehr engagierten Arbeiter in den 60iger Jahren dort. Tom Price war für uns nur Versorgungsstation und Ausgangspunkt für unseren Trip in den Karijini Nationalpark. Dieser liegt ebenso, wie die Stadt selber und der weiter nördlich gelegene Millstream Chichester NP in der Pilbara. Die das rote Zentrum WEST-Australiens bildet. Rot, wegen der extrem roten Erde und des damit verbundenen Eisenoxid-Reichtums. Eisenerz wird in der Region auch in Massen abgebaut und gibt als das rote Gold Westaustraliens.

Der Karijini NP ist vor Allem durch die Schluchten, die verschiedene Flüsse in die Hammersley Range gefressen haben bekannt. So besuchten wir ebenfalls drei davon. In jeder konnte man in glasklarem, frischem, aber nicht zu kaltem Wasser (zum Teil sogar ohne Hose ;)) baden. Aufgrund seiner etwas abgeschiedeneren Lage war der NP auch nicht so überfüllt und wirklich zum Genießen.

Der Pool in der Weano Gorge war spektakulär anzusehen und zu erreichen nur durch zum Teil aufwendige Aktionen, aufgrund der relativ hohen Wasserstände, waren manche Bereiche nur schwimmend ereichbar, bzw. musste man sich am Rand entlang hangeln. Auf den Fotos ist das nicht so erkennbar, aber es war aufregend und einprägsam. Auf einem Schild kann man in dem Riesenpool am Rand eine Eisenstange erkennen mit ein paar Felsstufen, die direkt neben dem Wasserfall lagen und zu überwinden waren, um dahin zu gelangen.

Auch die Hammersley Gorge war wunderschön und bot auf mehreren Terassen Pools, welche tolles, klares Wasser führten. Auch wenns komisch klingt seit langem der erste Stop für uns, an dem wir mal etwas mehr Zeit verbrachten und etwas relaxten.

Ich glaube für mich nach meinem zweiten Besuch und nach Katis erstem, können wir beide sicher behaupten, dass es Australiens schönster Nationalpark ist, wenngleich andere ähnlich schön sind und jeder auf seine Art und Weise reizvoll ist. Aber mit seinen abenteuerlichen Schluchten, tollen landschaftlichen Kontrasten, romantischen Wasserfällen, wundervollen Badepools und tollen Lookouts (und fliegenfrei) ist er wirklich etwas Besonderes.

Die gesamte Pilbara-Region ist nicht nur geprähgt von rotem Staub, den wir auch zur Genüge genießen durften, sondern ebenso durch die kuschelweich erscheinenden Grasbüschel überall. Das Gras nennt sich Spinifex und ist alles andere als weich. Im Gegenteil, es ist nadelscharf und hart, baarfuß durchlaufen ist allenfalls etwas für indische Fakire.

Vom Karijini Nationalpark kamen wir auf einer Privatstraße der inengesellschaft neben der zugehörigen Eisenbahnlinie zum nächsten Nationalpark, dem Millstream Chichester. Auf der Strecke sahen wir dann auch die vollbeladenen (und leeren) Züge mit jeweils ca. 220 Wagons, gefüllt mit Eisenerz, welches aus der Pilbara an die Küste nach Port Hedland gebracht und anschließend nach Asien verschifft wird. Meist gezogen von 3 Loks mit jeweils 6.000PS sind diese ca. 2km langen Züge wirklich beeindruckend. Einen Rekord gab es im Jahre 2001, als 682 Wagons gezogen von 8 Loks (mit einer Länge von 7km) nach Port Hedland einfuhren.

Der Millstream Chichester NP ist eine kleine Oase in der Pilbara und bietet am Fortescue River erste Palmen auf dem Weg nach Norden und entlang einer alten Pionierfarm (jetzt Besucherzentrum) einen tollen Rundweg durch idyllisches Grün und kleine Nebenbächlein.

Für uns war es eine schöne Etappe, auch wenn die Straßen im Karijini teilweise und auch zum Millstream Chichester vollständig ungeteert und teilweise in schlechte Zustand waren.

Ein paar Bilder der Pilbara kommen hier:


Hutt River Province, Kalbarri Nationalpark und die Peron Halbinsel (Shark-Bay):

Die Landmasse Australien besteht streng genommen, vor allem in den Augen eines Mannes aus zwei Staaten, zum Einen aus dem Commonwealth of Australia und zum Anderen aus der Hutt River Province.

Prinz Leonard zu Hutt, welcher sich durch eine Gesetzeslücke im damaligen australischen Recht dazu entschied aus dem Commonwealth auszutreten und sein eigenes Land zu gründen, ist voll und ganz davon überzeugt. Der selbsternannte Monarch gründete in den 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts sein eigenes kleines Land mitten auf dem Kontinent und fing an dieses entsprechend zu vermarkten. Er entwarf eine eigenen Flagge, eigenes Geld, eigene Briefmarken, usw.. Gegen ein gewisses Entgelt kann man sich in Hutt River (so der Name der Province) seinen Reisepass mit Ein- und Ausreisestempel in das/aus dem Land versehen lassen :).

Unser Aufenthalt in den Fürstentum währte zwar nur kurz, aber lang genug uns diese Kuriosität anzuschaun und uns unsere Stempel abzuholen ;).

Danach fuhren wir weiter in den Kalbarri Nationalpark, welcher einer der schönsten des Westens ist. Geprägt einerseits von den grandiosen Küstenlandschaften und andererseits von den Schluchten, welche der Murchison River über die Jahrtausende in das Gestein gefressen hat. Besonderer Höhepunkt stellt für die Meisten der Besuch des „Natural Window“ dar. Ein durch Erosion entstandenes Fenster im Sandstein. Unser Höhepunkt auf der Reise durch den Nationalpark stellte eher die Begegnung mit einem der selteneren Vertretern der Reptilienwelt dar. So konnten wir beide zum ersten Mal in unserem Leben einen Dornenteufel aus nächster Nähe und in Natur betrachten, ehe wir ihm sanft über die Straße halfen und dann glücklich weiterfuhren. Ein wirklich interessantes und in meinen Augen sehr schönes Tier.

Der nächste Stop unserer Reise war vor Allem für Kati ein Höhepunkt des bisherigen Australienaufenthaltes. So führte uns der Weg zur Peron Halbinsel und der bekannten Shark-Bay, wo es nicht nur vor Haien, sondern auch vor Delphinen wimmelt. In den 70iger Jahren fingen Fischer an, hier die Delphine zu füttern und setzten das Spiel immer weiter fort. Irgendwann gewöhnten diese sich daran und fanden sich regelmäßig am Ufer von Monkey Mia ein. Das Ganze setzt sich bis zum heutigen Tag fort. Über Generationen kommen die Tiere allmorgendlich zur Fütterung und längst ist das Ganze zu einem Touristenspektakel geworden. So stehen diese in Scharren am Morgen am Ufer und warten auf das Kommen der Tiere. So auch wir :).

Bei der zweiten Fütterung (es gibt manche Tage 2 und manche sogar 3) wurde mit etwas Hilfe Kati sogar ausgewählt dem Delphin einen Fisch zu füttern. Ein schönes und in dieser Form sicher unvergessliches Ereignis. Man darf bei alldem nicht vergessen, dass die Tiere wild sind und freiwillig jeden Morgen zum Ufer kommen.

Am Pier sahen wir außerdem, vor allem zu meiner besonderen Freude, auch noch Wasserschildkröten nah an der Wasseroberfläche und konnten diese schön beobachten.

Nach diesem Ausflug in die Wasserwelt reisten wir weiter in den nahegelegenen Francois Peron Nationalpark, welcher aufgrund des tiefen Sandes nur mit dem Allradfahrzeug befahren werden darf. Dementsprechend ging es dort mal etwas ruhiger zu und wir konnten nach einem entspannenden Nachmittag an der Big Lagoon den nächsten Tag an der Nordküste des Kaps verbringen und auch dort wieder die Wasserwelt beobachten. Dabei sahen wir neben vielen großen Fischen auch unsere ersten Haie (Riffhaie). Kurz danach fuhren wir an eine schöne nahe gelegene Bucht, um unerschrocken zu schnorcheln.

Der Strand im Nationalpark und die Küste waren wirklich schön und durch den roten Sand auch toll anzuschaun.

Alles in Allem war es eine schöne Etappe unserer Reise und barg für beide von uns ein Highlight.
Hier ein paar Fotos:


Landcruiser

Hier für ALLE ein paar Bilder unseres neuen Autos:


Geschützt: Tatata…da isser – unser neuer Toyota Landcruiser Troopcarrier 4.2 L Diesel :)

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein: