Don't dream it, be it!

Die Nullarbor-Plain Richtung Westen

Ich schreibe diese Zeilen im Dunkeln im Wagen, auf der Fahrt nach Kalgoorlie-Boulder. Es ist noch dunkel, da wir recht früh (um den Tag zu nutzen) aufgestanden sind. Nun ist früh ja relativ…
Also, nach Victoria-Zeit standen wir meist gegen 7.30 Uhr auf, was ja recht normal ist, wie ich finde. Da wir uns aber auf unserer Reise in der letzten Woche nochmal ca. 1.500km Richtung Westen bewegt haben und auch in Australien eine Zeitumstellung (nicht überall allerdings!) stattfand, haben sich die „Zeiten geändert“. Hier ist inzwischen die Winterzeit angebrochen, dass heißt: Uhr eine Stunde zurück, dann haben wir Südaustralien durchquert, nochmals eine halbe Stunde, dann sind wir durch die Nullarbor-Plain gereist, nochmals 1,5 Stunden, so dass es inzwischen 3 Stunden Unterschied sind, da Westaustralien KEINE Winterzeit hat. Die Differenz zu Deutschland waren zuvor 10 Stunden, jetzt sind es nur noch 6 Stunden (10 minus die 3, minus 1 Stunde neue Sommerzeit Deutschland).

So sind wir dann heute nicht 7.30 Uhr, sondern 4.30 Uhr aufgestanden! Inzwischen ist es 5.30 Uhr und es dämmert. Durch die Fahrt nach Westen hat sich der Sonnenaufgang (und auch durch den zunehmenden Winter) doch noch verschoben.

Die Fahrt nach Westen!!!! Das war unsere nächste große Etappe nach der Flinders Ranges. Wir haben auf dem Weg zur letzten großen Versorgungsstadt vor der Nullarbor-Plain noch kurz den Gawlers Ranges Nationalpark besucht, weil wir hofften dort evtl. Dornteufel oder Inka-Kakadus zu sehen (hier leider noch ohne Erfolg). Zu sehen gab es dafür die Organ-Pipes (Orgelpfeifen), eine Gesteinsformation, die sich dort natürlich gebildet hat. Danach machten wir noch kurz Rast an einem kleinen Örtchen namens Baird Bay an der Küste. Dort hätte man mit Delphinen und Seelöwen schwimmen können, aber es hätte ca. 145 Dollar p.P. gekostet und wir hätten da zwei Tage warten müssen. Naja…lieber ein anderes Mal.

Nun stand uns die große Nullarbor-Plain Etappe bevor, vor der wir beide etwas Respekt hatten. Vor uns lagen 1.200km wildes, reines Outback, ohne Ortschaft (nur ab und an mal ein Roadhaus zum Tanken) durch eine baumlose Ebene („nulla arbor“= Latein für „keine Bäume“)! Aber so schlimm war es dann doch nicht.

Es gab allerhand zu sehen unterwegs, da sich auf der Strecke bspw. unterirdische Höhlen befinden, durch Dolinen entstanden, die sich in den riesigen Kalksteinblock (den die Nullarbor darstellt) gefressen haben, viele Aussichtspunkte, von denen aus man unter Anderem auch die Küste sehen konnte, nette kleine Roadhäuser, eine verschüttete alte Telegraphenstation (die bis 1927 in Betrieb war und dann nahezu von den Sanddünen vergraben wurde), seltene wunderschöne Kakadus (nun doch noch!), das längste Stück „Geradeaus“, coole Schilder (weltberühmte Fotomotive), eine Museum über eine im Outback abgestürzte Raumstation (Skylab) und den Anruf des amerikanischen Präsidenten in den kleinem Roadhouse, um sich für die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen und relativ viel Verkehr für so eine „Outback“straße.

Alles in Allem war es eine interessante Fahrt auf diesen 1200km, bei der wir zwei Stopps unterwegs gemacht haben, deren Spots wirklich schön gelegen waren, haben viel gesehen und die Andersartigkeit genossen, ehe wir am anderen Ende in „Norseman“ ankamen. Der Legende nach wurde die Stadt nach dem Pferd eines glücklichen Goldfinders benannt, da es eines Nachts (beim Rasten) mit seinen Hufen gescharrt und dabei eine Goldader freigelegt hat. Norseman ist die erste richtige Stadt, die man von Osten kommend in Westaustralien erreicht und in der die Benzinpreise wieder normale Ausmaße annehmen, Auf der Nullarbor kostet der Diesel unterwegs ca. 1,92 AUD, im Vergleoch, das billigste, was wir bisher getankt haben war 1,36 AUD und im Schnitt kostet er um die 1,45-1,50 AUD.

Nun sind wir also in Western Australia angelangt, Falks Lieblingsbundesstaat und auch der Größte in Australien! Was wir als erstes zu sehen bekamen, waren viele Red-Gums (rotstämmige Eukalyptusbäume) und rötere Erde :). Unsere Reise führt uns als nächstes nach Kalgoorlie-Boulder mit der größten Goldmiene in Australien. Hier aber ersteinmal ein paar Eindrücke von der Nullabor-Plain:

Nullarbor-Plain - Panorama 1
Nullarbor-Plain - Panorama 2

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